Ein mutiges Statement, das passt

Neues Sicherheits- und Designkonzept für die Feuerwehr Potsdam

Das Potsdamer Fuhrpark-Design ist alles, nur nicht leise. Es kommt selbstbewusst, beinahe provokant, daher, scheut sich nicht, knallige Farbe genauso großflächig einzusetzen wie klassisches rot und kombiniert dabei virtuos klassische mit postmoderner Ästhetik, runde mit geraden Formen, harte mit weichen Kontraste, Ruhe mit Bewegung; kurz gesagt: es lebt von den Gegensätzen.

Damit passt es perfekt zur Stadt Potsdam. Die preußische Residenzstadt mit ihrer über 1.000-jährigen Historie und einer Kulturlandschaft, die zum UNESCO-Welterbe zählt, atmet an jeder Ecke Geschichte und ist gleichzeitig Teil eines pulsierenden urbanen Ballungsraums mit einer klaren Ausrichtung in die Zukunft.

Genau hier setzt das Designkonzept an: Das Key Visual ist bewusst das klassische Stadtwappen, nicht das aktuelle Logo der Stadt, das mit der modernen Typografie der Stadt kombiniert wird. Die klaren Kontraste von Wappen und Schriftzügen werden mit einem weich auslaufenden Punktraster gekontert, dem es dennoch gelingt, eine ruhige Fläche im Heckbereich der Fahrzeuge zu schaffen. Dessen Neigung folgt ein Bodenraster, das jedoch aus Parallelogrammen zusammengesetzt ist und so komplett den Kreisen des Punktrasters widerspricht. Und als ob das nicht genug wäre, kommt von der Front her der gesamten Komposition ein typisches Bauchbinden Element entgegen, dieses ist aber schmal und zusätzlich für maximale Dynamik schräg gestellt – allerdings in einem komplett anderen Winkel als Raster und Wappen.

Stellt man die einzelnen Elemente einfach nur nebeneinander, ist es kaum zu glauben, dass man aus diesen ein Layout schaffen kann, dass komplett stimmig und harmonisch wirkt – noch dazu auf einem Einsatzfahrzeug. Und dennoch gelingt genau das dieser Designlinie: Sie passt einfach. Zueinander, zu den Fahrzeugen und vor allem zur Stadt Potsdam.

Dabei stellt sie nicht nur den gestalterischen Anspruch, sondern auch die Verkehrssicherheit des Fuhrparks auf ein vollständig neues Niveau. Das gesamte Design ist hochreflektierend-fluoreszierend ausgeführt. Die Fahrzeuge „knallen“ – sowohl bei Dunkelheit als auch bei Nebel und schlechtem Wetter. Reflektierende Flächen befinden sich genau dort, wo sie vom Fahrlicht anderer Verkehrsteilnehmer angestrahlt werden und selbstverständlich sind auch die Konturmarkierung und die Warnmarkierungen an Front und Heck in fluoreszierend-hochreflektierender Folie ausgeführt.

So entsteht ein Fuhrpark Design, das mutig Konventionen in der Einsatzfahrzeug-Gestaltung aufbricht, Aufmerksamkeit erzeugt und erwartet und dabei ein klares Statement setzt.

Wir sind Solingen!

Neues Sicherheits- und Designkonzept stellt Wappen in den Vorder- und Müngstener Brücke in den Mittelpunkt

Die 1897 fertig gestellte Müngstener Brücke ist bis heute die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie überspannt in 107 Metern Höhe das Tal der Wupper bei Solingen. Auf dem Fuhrpark Design der Feuerwehr Solingen findet sie sich als ein pseudozufälliges Patchwork aus drei unterschiedlichen einfarbig weißen Quadratgrößen anstelle einer klassischen Bauchbinde auf den Fahrzeugseiten wieder. Die Form erhält so einen beinahe leichten Charakter, der dem des originalen Stahlbogenbaus gerecht wird.

Diese monochrome Leichtigkeit zieht sich auch durch das weitere Design. Für die ebenfalls einfarbige Türadresse wird ein großzügiger Schutzraum im Patchwork geschaffen, die Schriftzüge sind klar und beinahe eigenschaftslos, die Notrufnummer erhält ein Symbol mit einem geringen Grauwert. Das Layout hält sich bewusst zurück.

Es schafft so visuellen Raum für einen deutlichen Formenkontrast im Heckbereich der Fahrzeugseiten. Diesen bildet das große Stadtwappen: wuchtig, vollfarbig und mit klaren Konturen steht es dort und dominiert das Design. Es generiert in dem ansonsten eher zurückhaltenden Konzept optisches Gewicht und damit Wichtigkeit und hat nur eine einzige Botschaft: Wir sind Solingen!

Dabei ermöglicht seine – zusätzlich angeschnittene – Platzierung am hinteren Ende der Fahrzeugseiten trotz seine Größe und Farbigkeit den tagesleuchtrot-weißen (bei Bestandsfahrzeugen rot-weißen) Charakter und damit die deutliche Erkennbarkeit als Feuerwehrfahrzeuge zu erhalten. Gemeinsam schaffen das Wappen und die Brücke zudem einen jederzeit sichtbaren lokalen Bezug und tragen so in allen Bedeutungen des Wortes zur Identifikation bei. Die Fahrzeuge werden als Solinger erkannt und ermöglichen es, sich selbst zugehörig zu fühlen.

Die Front wird durch eine Warnmarkierung und ein zusätzliches nicht reflektierendes Warnraster auf den Stoßfängern abgesichert, das Heck erhält eine großflächige Heckwarnmarkierung in die ebenfalls das Stadtwappen integriert wird. Die Warnmarkierungen sind in tagesleuchtrot-weiß (bei Bestandsfahrzeugen in rot-weiß) ausgeführt und seitlich sorgt zudem eine umlaufende weiße Konturmarkierung für zusätzliche Sicherheit.

Das Fuhrpark Design beweist, dass ein einzelnes farbiges Objekt bei gezieltem Umgang mit dem Gesamtkonzept kein Widerspruch zu einer klaren Wirkung als Feuerwehrfahrzeug darstellt und es im Gegenteil einen gezielten Schwerpunkt setzten kann, der ein zusätzliches Kommunikationsziel verfolgt. Farbe und Feuerwehr stehen sich nicht konträr gegenüber sondern können sich gezielt ergänzen, wenn man beides richtig einsetzt.

Wie auf Schienen

Neues Sicherheits- und Designkonzept für die Feuerwehr Wuppertal

13,3 Kilometer Strecke, 20 Bahnhöfe, ein bis heute futuristischer Look und jede Menge Geschichten und Geschichte: Die Schwebebahn prägt das Wuppertaler Stadtbild und ein Stück weit auch das Selbstverständnis der Großstadt im Bergischen.

Im Gegensatz zur stark abstrahierten Darstellung der Schwebebahn im Stadtlogo – die sich in der Türadresse der Fahrzeuge wiederfindet – dient als Key Visual des Fuhrpark Designs der Feuerwehr und des Rettungsdiensts Wuppertal eine dynamisiert Zeichnung der ikonischen Bahn. Die geschwungene Form der Schiene hat dabei bewusst einen fließenden Charakter und lässt so Assoziationen zur Wupper anklingen. Als weitere Landmarken wurden die Schwimmoper, das Verwaltungshaus Elberfeld und die historische Stadthalle dezent in das Konzept integriert.

Der Feuerwehr-Schriftzug auf den Seiten wird durch eine organisatorische Zuordnung (bspw. Brandschutz oder Rettungsdienst) und die Ortszeile Wuppertal ergänzt. Beide Elemente sind nur unter Lichteinfall sichtbar und kompensieren so die geringere optische Spannung bei Nacht, die automatisch durch die Abdunklung der Grundfarbe entsteht.

Sowohl die Konturmarkierung als auch die Warnmarkierungen an Front und Heck sind fluoreszierend-hochreflektierend ausgeführt und erhöhen die Sichtbarkeit nicht nur bei Nacht sondern auch bei Nebel, Schneefall oder Starkregen. Die Gestaltungselemente des Designs sind bei den Feuerwehrfahrzeugen ebenfalls fluoreszierend-hochreflektierend ausgeführt, bei denen des Rettungsdienstes stellt die Grundfarbe den fluoreszierenden und die Gestaltung den reflektierenden Teil des Gesamtbildes.

So setzt das Design ein starkes Signal lokaler Verortung, das zudem den kompletten Fuhrpark unter allen Wetter- und Beleuchtungsbedingungen gut sichtbar macht und eine schnelle visuelle Zuordnung zur Stadt Wuppertal ermöglicht: Diese Fahrzeuge werden erkannt.

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